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Selbstliebe? Sehr gerne. Aber erst nach der To-do-Liste.

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Eine Geschichte über vollen Kopf, leere Kaffeetasse und die Kunst, sich selbst nicht komplett zu vergessen.

Es ist 7:43 Uhr. Und es geht schon los.

Das Handy klingelt. Nicht der Wecker, der ist schon längst ignoriert worden. Eine Kundin. Eine nette, wirklich. Aber es ist 7:43 Uhr. Das Kind braucht noch ein unterschriebenes Formular für die Schule, der Hund hat sich entschieden, heute ausgerechnet in die frisch gebügelte Hose zu springen, und der Kaffee ist noch nicht fertig.

Und irgendwo in diesem wunderschönen Chaos öffnest du Instagram. Und da ist sie. Diese Frau. Weißes Leinenshirt, Smoothie in der Hand, Morgensonne im Gesicht. Darunter steht: Mein Morning Routine für mehr Selbstliebe.

Du legst das Handy weg. Nimmst einen Schluck kalten Kaffee. Und denkst: Ja. Schön für dich.

Der Mittag kommt. Mit ihm: fünf neue Nachrichten.

Eine Kundin braucht ihr Logo bis übermorgen, nicht wie besprochen bis nächste Woche, übermorgen. Dein Steuerberater hat eine Frage, die klingt wie: Hast du das wirklich so gemacht? Ein Freund schreibt, ob du morgen Zeit hast. Deine Mutter schreibt, ob du Sonntag Zeit hast. Und jemand, den du kaum kennst, fragt, ob du mal kurz drüberschauen könntest. Es dauert nicht lang.

Es dauert immer lang.

Du isst stehend. Irgendwas mit Käse. Du weißt nicht mehr was. Es war okay.

Nachmittag: Der Kopf macht jetzt sein Ding.

Kennst du das? Diesen Moment wo du eigentlich arbeiten willst, aber der Kopf einfach nicht mitmacht. Du sitzt vor dem Bildschirm, die Aufgabe ist klar, der Kaffee ist frisch, und trotzdem scrollst du seit zwölf Minuten durch Schriften für ein Projekt, das du erst in drei Wochen brauchst.

Das ist nicht Prokrastination. Das ist dein Kopf, der dir höflich aber bestimmt mitteilt: Ich brauche kurz eine Pause. Du ich auch, sagt der Rest von dir. Und dann macht ihr beide trotzdem weiter.

18:30 Uhr. Die Erkenntnis kommt. Natürlich auf der Toilette.

Das ist übrigens wissenschaftlich belegt. Die besten Gedanken kommen auf der Toilette, unter der Dusche oder kurz bevor du einschläfst. Nie am Schreibtisch, wo sie gebraucht würden.

Und der Gedanke ist dieser: Ich tue den ganzen Tag Dinge für andere. Ich liefere, ich antworte, ich erkläre, ich begleite, ich löse. Und das mache ich gerne. Wirklich. Aber irgendwann heute habe ich aufgehört zu fragen, was ich eigentlich brauche.

Nicht weil es niemanden interessiert. Sondern weil ich es selbst vergessen habe zu fragen.

Selbstliebe ist keine Morgenroutine. Sie ist eine Haltung.

Ich sage das ohne Smoothie und ohne Leinenshirt. Ich sage das mit einem Tag hinter mir, der mich einiges gekostet hat und der gleichzeitig gut war. Beides geht.

Selbstliebe bedeutet nicht, jeden Morgen um sechs aufzustehen und zu meditieren bevor das Chaos beginnt. Das können die machen, die das wollen. Für mich bedeutet Selbstliebe etwas viel Unspektakuläreres: Mich nicht als letztes auf die Liste setzen.

Es bedeutet, mitten im Trubel einmal kurz innezuhalten und zu fragen: Wie geht es mir eigentlich gerade? Nicht als Ritual. Nicht als Pflicht. Sondern als echtes Interesse an sich selbst.

Und das, glaube ich, ist auch der Kern von allem was ich mit Wanda tue. Ich helfe dir, eine Marke aufzubauen, die wirklich zu dir passt. Nicht zu dem Menschen, der du sein solltest. Nicht zu dem Business, das sich gut anhört. Sondern zu dir. Wie du heute bist, mit vollem Kopf, kaltem Kaffee und allem, was dazu gehört.

Und jetzt?

Jetzt mache ich mir einen frischen Kaffee. Den trinke ich im Sitzen. Das ist heute meine Selbstliebe. Und morgen schauen wir weiter.

Wenn du das Gefühl kennst, dass dein Business gerade mehr von dir verlangt als es zurückgibt, dann schreib mir. Nicht weil ich einen Smoothie-Tipp habe. Sondern weil es manchmal hilft, das laut auszusprechen. Und dann gemeinsam zu schauen, was sich ändern darf.

Love, Susanne

www.wanda-web.de

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